Folien auf Kunststoffverglasungen
Was du vor der Verklebung wissen solltest
Kunststoffverglasungen sind aus vielen Bereichen des Alltags nicht mehr wegzudenken. Ob Terrassenüberdachung, Lichtband, Dachkuppel oder Wintergarten: Materialien wie Acrylglas oder Polycarbonat überzeugen durch ihr geringes Gewicht und ihre hohe Bruchfestigkeit. Im Vergleich zu klassischem Glas bieten sie viele Vorteile.Wenn Du eine Folie auf Kunststoffglas verkleben möchtest, solltest Du jedoch einige wichtige Besonderheiten kennen. Denn Kunststoff verhält sich anders als echtes Glas. Eine Folie, die auf einer herkömmlichen Glasscheibe problemlos funktioniert, kann auf Kunststoffverglasungen zu unerwünschten Nebeneffekten führen.
In diesem Beitrag zeigen wir Dir, worauf Du achten solltest und welche Risiken Du vor der Verklebung kennen solltest.
Kunststoffglas ist nicht gleich Glas!
Kunststoffverglasungen verhalten sich anders als Echtglas. Ausgasung, Materialbewegungen und thermische Belastungen können das Erscheinungsbild und die spätere Entfernbarkeit einer Folie beeinflussen. Deshalb empfehlen wir vor jeder Verklebung eine individuelle technische Prüfung des Untergrunds.
Die vier wichtigsten Punkte bei Kunststoffverglasungen
1. Kunststoff gast (dauerhaft) aus
Was viele nicht wissen: Kunststoffverglasungen geben während ihrer gesamten Lebensdauer kleinste Mengen von Gasen und Weichmachern an die Umgebung ab.
Dieser natürliche Prozess wird als Ausgasung bezeichnet. Werden selbstklebende Folien auf den Kunststoffoberflächen verklebt, können austretenden Gase unter bestimmten Bedingungen nicht vollständig entweichen. Als Folge können kleine Luft- oder Gasblasen entstehen. Speziell für Kunststoff entwickelte Folien verwenden deshalb oftmals besondere Klebstoffsysteme.
- eine vollkommen blasenfreie Optik über viele Jahre kann bei Kunststoffverglasungen nicht immer garantiert werden
- besonders bei älteren oder sonneinstrahlungsbelasteten Verglasungen kann die Ausgasung sichtbar werden
- das Risiko steigt bei ungeeigneten Standardfolien
2. Die Folie kann sich dauerhaft mit dem Kunststoff verbinden
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Rückrüstbarkeit der Folie.
Während Folien auf Glas meist einfach wieder entfernt werden können, kann es bei Kunststoffverglasungen zu einer dauerhaften Verbindung zwischen Folienkleber und Untergrund kommen. In solchen Fällen lässt sich die Folie später nicht mehr rückstandsfrei entfernen. Teilweise können sogar Kleberreste oder Oberflächenveränderungen auf dem Kunststoff zurückbleiben.
Der Grund liegt im anderen chemischen Verhalten von Acrylglas und Polycarbonat. Je länger eine Folie verklebt bleibt und je stärker sie UV-Strahlung und Wärme ausgesetzt ist, desto höher kann dieses Risiko werden.
- eine rückstandsfreie Entfernung kann bei Kunststoffverglasungen nicht garantiert werden
- vor der Verklebung sollte immer geprüft werden, ob eine spätere Demontage gewünscht oder erforderlich sein könnte
- bei langfristigen Anwendungen sollte die Folierung als dauerhafte Lösung betrachtet werden
3. Wärmeausdehnung kann zu Haarrissen führen
Kunststoff reagiert deutlich stärker auf Temperaturunterschiede als Glas.
An heißen Sommertagen können sich Acrylglas- und Polycarbonatscheiben spürbar ausdehnen. Da viele Folien diese Bewegungen nur begrenzt mitmachen können, entstehen Spannungen zwischen Folie und Untergrund.
Im ungünstigsten Fall kann dies zu Haarrissen in der Folie führen. Besonders großformatige Flächen, Dachverglasungen und Bereiche mit hoher Sonneneinstrahlung sind hiervon betroffen. Kunststoff weist einen deutlich höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten auf als Glas.
- die wenigsten Sonnenschutzfolien eignen sich für Kunststoffverglasungen
- die Auswahl einer speziell freigegebenen Kunststofffolie ist entscheidend
- große Temperaturunterschiede können die Lebensdauer der Verklebung beeinflussen
4. Gewölbte Kunststoffflächen können einen Brennlinseneffekt erzeugen
Viele Kunststoffverglasungen sind nicht vollkommen eben. Dachkuppeln, Rolltore oder gewölbte Überdachungen besitzen häufig eine leichte oder starke Krümmung.
Diese Krümmung kann dazu führen, dass Sonnenstrahlen ähnlich wie bei einer Lupe gebündelt werden. Man spricht hierbei vom Brennlinseneffekt.
In solchen Fällen darf keine spiegelnde Folie aufgebracht werden, da das Risiko für Verbrennungen zu hoch ist.
- je stärker die Wölbung und Sonneneinstrahlung, desto höher das Risiko
- spiegelnde Folien sind nicht für gewölbte Oberflächen geeignet
- Folien, die Strahlung hauptsächlich absorbieren statt zu reflektieren, haben ein deutlich reduziertes Risiko
Die BRUXSAFOL-Lösungen für Kunststoffverglasungen:
| Folienserie | Vorteile | Nachteile |
| AX Poly |
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| AX SUNFLEX |
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Unser Fazit
Eine Folierung von Kunststoffverglasungen ist grundsätzlich möglich und kann in vielen Anwendungen eine sinnvolle Lösung darstellen. Allerdings gelten bei Acrylglas, Polycarbonat und anderen Kunststoffmaterialien andere Voraussetzungen als bei herkömmlichem Glas.
Bevor Du eine Folie auf Kunststoffglas verklebst, solltest Du insbesondere diese vier Punkte berücksichtigen:
- dauerhafte Ausgasung kann zu Blasenbildung führen
- eine rückstandsfreie Entfernung ist nicht immer möglich
- Wärmeausdehnung kann Haarrisse oder Spannungen verursachen
- gewölbte Flächen können einen Brennlinseneffekt erzeugen